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... lose Gedanken

Ich habe meine Gedanken vorher nicht geschrieben, ich wollte niemandem die Laune der Festtage verderben. So schreibe ich meine Gedanken jetzt nieder. Es sind keine großartigen Gedanken - nicht wirklich lesenswert - es sind eher persönliche Gedanken.
Eine Momentaufnahme, von der ich hoffe, dass ich nächstes Jahr mit dem Gefühl darauf zurückblicken kann, das war der richtige Weg. Oder wenigstens grob die richtige Richtung. Denn wir haben ganz bewusst einiges anders gemacht.

Dieses Jahr gab es weniger von Amazon.
Nicht aus politischen Gründen. Ich habe keine Angst vor diesen Datensaugern und ich sehe auch nicht die alleinige Schuld bei Amazon und Jeff Bezos, dass Deutschland es nicht gebacken bekommt, Steuern einzufordern oder für gerechte Löhne zu sorgen. Es wird niemand gezwungen dort zu arbeiten oder dort Waren anzubieten. Ich bin auch kein Yogi, kein Asket, kein Kind von Traurigkeit. Mein Konsum ist trotz allem was wir "nicht" tun, nicht "kaufen", beachtlich. Manchmal wundere ich mich selbst. Aber wir lernen gerade, also vor allem ich lerne mit 44 Jahren, meinen Impulsen zu widerstehen. Das ist nicht immer einfach. Es gibt vieles dass ich toll finde, gerne hätte und mir auch leisten könnte. Aber mir ist bewusst geworden dass, kaum dass ich etwas besitze, der nächste Wunsch entsteht. Egal was ich mir gekauft habe, nichts davon hat mich lange glücklich machen können, auch wenn ich mich an vielem lange erfreuen kann.

Dieses Jahr gab es bei uns keinen Weihnachtsbaum.
Nicht aus atheistischen Gründen. Einfach weil es sich richtig anfühlte.
Weihnachtsbäume werden zu Massen von unseren Bekannten angepflanzt und landen dann später auf dem Osterfeuer. Egal wie feucht, egal wie viele, alles wird zu einem riesen Haufen zusammengefahren und als Osterfeuer entsorgt.
Das ist weder nachhaltig, noch sinnvoll. Die Bäume werden gespritzt, gedüngt, eingezäunt und die unverkäuflichen idR verbrannt.
Ökologisch totaler humbug. Staub von Fein bis grober Ruß, alles dabei. Früher bin ich gern zu den Osterfeuern hingegangen. Als Kind sollte man das vielleicht sogar mal tun dürfen und mit Feuer spielen. Doch es nimmt für meinen Geschmack überhand. Diese gemischten Gefühle zu vermeiden bedeutet für mich, besser ich bin kein Teil des Problems mehr.

Dieses Jahr gab es weniger Schokolade.
Nicht aus gesundheitlichen Gründen. Es fühlte sich einfach nicht richtig an, massen von überteuerter Zuckerware zu kaufen.
Ich liebe Lindt Schokolade. Aber jede kleine Kugel ist in Metallpapier eingewickelt, der Karton aus Pappe und Kunsstoff bunt bedruckt, das füllte den gelben Sack in den letzten Jahren rasch. Moncheri und ähnliches mag ich auch, aber die sind nicht nur in Alufolie, nein auch noch mal in Plastik und dann noch mal in Plastik verpackt. Die Firma Ferrero ist so mit Abstand das größte Verpackungsarschloch das mir aufgefallen ist. Solche Produkte möchte ich zukünftig nicht mehr im Haus haben. Vom Transport und den Kakaoplantagen ... keine Ahnung, ich glaube, ich will das auch gar nicht wissen, sonst macht Schokolade nicht mehr glücklich.

Dieses Jahr gab es weniger Geschenke.
Dafür sehr gefühlvolle. Das fühlte sich richtig an. Und richtig gut.

Dieses Jahr gab es weniger Weihnachtsbeleuchtung.
Nicht aus Gründen der CO2 Bilanz. Nein, einfach weil die Lichtverschmutzung mich stört. Ich sehe gerne die Sterne. Das geht aber nicht, wenn ich selbst zuviel Licht erzeuge. Also lass ich es einfach. Ein klein bisschen Glitzer haben wir aber auch vor der Tür und an einer Zimmerpflanze, unserem Fikus.

Dieses Jahr gab es nicht einmal einen Adventskalender.
Nicht aus geiz oder ökologischen Gründen. Einfach nur weil wir uns ganzjährig so viel geben. Und das was wir uns schenken, kann man nicht in kleine Säckchen packen, nicht hinter Türen verschließen und auch nicht kaufen. Wir verschenken Aufmerksamkeit, Vertrauen, Respekt und teilen gute Gedanke.

Ja, ich gebe zu, wir waren in den Jahren davor ziemlich dekadent. Mit viel Schokolade. Sich auf das wesentlich zu reduzieren ist, wenn man genießen kann, auch kein Verzicht, es ist eher Besinnung.

Ich weiß auch schon ziemlich genau, was ich mir für das nächste Jahr wünsche.
Ich möchte Frieden auf Erden und eine gute Gesinnung für jedermann.